IFLA WLIC 2016, Columbus: Mittwoch, 17. August: Der Bibliotheken letzter Schrei

In der Session “Hot Topics on Academic and Research Libraries” ging es einmal querbeet durch ein paar als offenbar brennend identifizierte Themen: Clouds, Open Access, Forschungsdatenmanagement.

Zunächst referiert Uwe Resch von HEBIS über die Cloud-Situation in seinem Verbund und nennt die Hürden. Darunter fallen u.a.:

  • die Einspielung von Normdaten in die Cloudsysteme,
  • Datenschutz, besonders kritisch und schwierig, wenn die Möglichkeit des Zugriffs durch den Betreiber von außerhalb der EU vereinbart wird: Die Bibliothek bzw. ihr Träger bleibt dataenschutzrechtlich verantwortlich, d.h. sie muss zwingend vertraglich ein hohes Datenschutzniveau vereinbaren.
  • Klärung der “Schalen” des Systems: Was bleibt lokal, was geht in die globalen Dienste ?
  • Nationale Datensouveränität: Ein “National Data Window” (d.h. ein Datenabzug) soll garantieren, dass die Daten national verfuegbar bleiben.

 

  1. Martha Whitehead,Kingston, Kanada (Queen’s University) stellt in ihrem Beitrag ‚Accessing Information and disseminating research‘ die sehr grundsätzliche Frage, auf welchem Weg die Bibliotheken den (open) Access gewährleisten müssen: Wer sich ganz auf die Golden Road stützt, bleibt weiter von Verlagen und Article Processing Charges (APC´s) abhängig. Die Monopolisierung der Medienwelt wird so nicht gebrochen. Später in der Diskussion tauschen wir uns über die langfristigen Aufbau eigener peer- reviewed journals der Wissenschaftseinrichtungen aus: Wer initiiert solche, wie kann die Finanzierung gesichert werden, sollte mit Verlagen (anders ?) kooperiert werden ?

 

  1. Suzie Allard, Sallard College, erklärt in ihrem Beitrag “The role of Research data” das Forschungsdatenmanagement zu einer Zukunftsaufgabe der Bibliotheken. Sie sollten die Forscher in ihrer Arbeit mit Daten frühzeitig begleiten und coachen. In den USA bieten ca, 40 % der WB´s solche Services an. Auch in Deutschland wird das natürlich diskutiert, Forschungsdatenmanagementpläne und – Workflows gibt es bereits.  Wenn diese Rolle ausgebaut werden soll, müssen allerdings Kapazitäten dafür geschaffen werden.

Dieser Aufgabe können Bibliotheken in Zukunft auch in Deutschland nicht aus dem Weg gehen. Sie ist integraler Bestandteil der Funktion der Bibliothek als Begleiter im (wissenschaftlichen) Publikationsprozess, in dessen Rahmen sie sich auch stärker als Partner der Wissenschaft etablieren könnten.

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