19.8.2013

IFLA-Kongress:

IFLA Trend Report: Riding The Waves or caught in The Tide ? http://trends.ifla.org/

Der Zukunfts-Report wurde in mehreren „Expertenrunden“ erarbeitet. Das Interessante: Unter den Experten befanden sich KEINE Bibliothekare, sondern Wissenschaftler und andere Vertreter aus der „Information Economy“ und der Forschung.

Eckpunkte des Reports:

1. Technik erweitert die Möglichkeiten, aber auch Barrieren

2. Das Lernen wird revolutioniert

3. Neue Grenzen der Privacy

4. In hyper-connected societies werden alle gesellschaflichen Gruppen erreicht

5. Die globale Informationswirtschaft wird durch die neuen Möglichkeiten verändert.

Aha. An sich nichts Neues. Allerdings werden in dem Report die Interdependenzen zwischen den verschiedenen Entwicklungen dargestellt.  Ingrid Parent, die scheidende IFLA-Präsidentin, stellt die Verbindung zu Bibliotheken her:  

–          Es  könnte sich die Frage stellen, ob die Nutzung von Google Glass mit seinen Datenschutz-Implikationen  im „geschützen“ Raum der Bibliothek erlaubt sein sollte.

–          Bibliotheken könnten Teil des Businessmodells von Verlagen werden, wenn die Nutzung der Medien analysiert wird. Andererseits kann die Nutzungsanalyse auch der Forschung helfen, Lernverhalten zu untersuchen.

–          Private Suchalgorythmen könnten das öffentliche Informationswesen durch die Bibliothek  bestimmen: Sollen Bibliotheken  eine Konkurrenz zu Google & Co. Aufbauen?

–          Maschinelle Übersetzung: Gefahr, dass Begriffe aus dem Zusammenhang gerissen werden. Die Automatisierung der Übersetzung könnte auch dazu führen, dass Menschen sich nicht mehr mit fremden Sprachen und Kulturen auseinandersetzen.

–          Erreicht die staatliche Überwachung auch die Bibliotheken ? Wie weit darf sie gehen ? Viele Bibliotheken setzen sich gegen Überwachung und für den Datenschutz ein.

 

Exploring an E-book Future (lending models, Copyright..)

Bestimmen in Zukunft die Verlage, wie unsere Sammlungen aussehen und was wir überhaupt kaufen können ?

1. Dan Mount, “Framing the challenges”: Transformation of media market. Anbieter fangen an, DRM-freie e-Books zu verkaufen: Anstieg des ‚de facto ownership‘ von e-books mit der Möglichkeit des Abspeicherns. Offenbar schmälert das nicht den gleichzeitigen kostenpflichtigen Absatz. Die Frage: Ist ein eBook ein Produkt oder ein Service ?

Die Korrelation zwischen E-lending und Buchverkäufen ist positiv (Studie von ‚overdrive‘): Es gibt einen Anreiz für Verlage und Bibliotheken, zusammenzuarbeiten.

 

2. YS Chi (International Publishers Association), Publishers perspective on the changing environment”:

Eckpunkte / Aufgaben:

A) Access

B) Expensive: Verlage schiessen den Autoren Geld vor.

C) Enigmatic: Bibliotheken und Verlage werden zu Konkurrenten

D) Think outside of the traditional box. Z.B. First Sale Doctrine / Erschöpfungsprinzip sollte nicht für E-Books übernommen warden.

E) Experimental: Wie können/ müssen Bücher angereichert werden, um verkauft zu werden ?

F) Ephemeral. Alles ist vorübergehend im technischen Bereich. Selbst E-„Books“ sollen nach best. Vorhersagen 2017 verschwunden sein. Sie konkurrieren mit Filmen, Spielen, Multimedia etc.. Buecher sind zu statisch.

G) Empathy.

F) Eternal. Frage wird auftauchen: Was ist überhaupt ein Buch  ? Es wird für die Gestalt und Bezahlung viele verschiedene Modelle geben: Micropayment, self-Publishing, crowdfunding, golden Road etc…

 

2. Überblick E-Book-Entwicklungen in verschiedenen Weltregionen

a) EBook challenges in Latin America. (Noch) sehr viel Markpotential, auch weil großenteils gleiche Sprache gesprochen wird. Broadband sollte auch in remote areas gelegt werden. Problem: Es gibt in Lateinamerika keine urheberrechtliche Kopierschranke für digitale Medien.

b) Africa E-book market. Bisher kaum Absatz. Grosses Problem ist die mangelnde Internetabdeckung. EBook Budget in Bibliotheken sehr gering, grossenteils Null. Großes Hindernis für Verlage, E-books anzubieten, ist offenbar Piraterie.

Weitere Gruende für die geringe E-book-Durchdringung:

– Gewohnheiten

– teure E-reader

– Sprachen

– Ebook Preise

– fehlende Infrastruktur.

– Ortliche Verlage sind noch nicht bereit für die Entwicklung neuer Modelle.

Ergebnis: es müssten kostengünstige reader entwickelt werden. Ansonsten wird die E-book- Revolution auf dem Handy augetragen.

C) Asien. Kindle und Ibook werden hier nicht verkauft. Einige eigene örtliche eBook shops haben eröffnet. Ausleihmodelle sind noch wenig entwickelt. E-book-Aggregatoren wie z.B. Overdrive, bieten noch nicht die vollständige Kollektion zur Ausleihe an. In Singapur leihen Bibliotheken keine E-book-reader, sondern Ipads aus.

D) Australien: EBooks gut entwickelt. Die meisten Bibl. Verleihen eBooks, abgesehen von weit entfernten Gebieten. Bücher fuer Kindle sind nicht erhaeltlich. Regierung und Buchindustrie haben gemeinsame Ziele für den Zugang zu E-books entwickelt: Es sollen Modelle für Bibliotheken aufgebaut werden, Anbieter sollen vor Piraterie geschützt werden.

E) Europa:

In kleineren Laendern ist der E-book-Markst erst wenig entwickelt. Die Verbreitung ist u.a. Sprachenabhaengig. UK stark, die anderen schwaecher. Frage: Ist das EuGH Urteil usedsoft auf E-books anwendbar ?  Niederlande: E-Lending sollte unter die ‚Erschoepfung‘ fallen, so dass sie verliehen werden koennen.  Deutschland: Verlage haben Angst vor den billigeren Verleihmodellen der Bibliotheken. Verlagsmodell mit 15000 Titeln kostet indiv. Personen 100 Eur/Jahr. Bibliotheken sind billiger: Zunehmende Konkurrenz zwischen Geschäften der Verlage und Bibliotheken  !

F) USA

Frustration bei Nutzern, weil Anbieter  E-Books vorenthalten. Probleme: Archivierung. Privacy, Interopeabilität, Kopien für Sehbehinderte. Ausserdem: „Friction“ – der Aufwand für die Benutzer, an E-Books heranzukommen, ist geringer ! Wichtiger Punkt, weil die E-Books jederzeit und von jedem Ort aus dem Angebot der Bibliothek heruntergeladen werden können. Das macht die Angebote der Bibliotheken mit denen der Verlage selbst vergleichbar. Warum sollten Nutzer dann noch die teureren Verlagsangebote nutzen ?  Diese Überlegung hat Einfluss auf die Angebots-Modelle.

3. Vorstellung der IFLA E-book principles: „The right to ebook”: Availability, Copyright, privacy: http://www.ifla.org/node/7418

 

 

 

 

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